„Nur mit genügend Zeit kann Innovation umgesetzt werden“

„Nur mit genügend Zeit kann Innovation umgesetzt werden“

Hier in kurzer Nachbericht der 5. DOM-Konferenz von MMag. Elisabeth Eidenberger, der heute in den OÖN erschienen ist.

200 Teilnehmer lauschten gestern nicht nur den Experten der 5. DOM-Konferenz (Design-Organisation-Medien) im Linzer Lentos, sie diskutierten auch intensiv in Gruppen über das Gesagte. Denn die Frage des Tages lautete: „Wie kommt Neues in die Organisation?“

„Je mehr Geld ein Unternehmen mit dem verdient, was es tut, desto weniger ist es bereit, etwas zu ändern und Neues zuzulassen“, sagte Cheryl Heller, Kommunikationsdesignerin und Unternehmensberaterin aus New York. Die einzige Weiterentwicklung sei dann, ständig am Alten herumzubasteln und so den Blick noch weiter zu verengen. Manager seien darauf fokussiert, zu kontrollieren und stabilisieren. Das Problem sei nur: „Eine konstante Organisation gibt es nicht“, so Heller.

Für bleibenden Erfolg müssten Firmen Innovationen umsetzen. Um auch in starre Organisationen neue Ideen zu bringen, braucht es, laut Heller, vor allem eines: Zeit. „Haben wir nicht genügend Freiraum und Zeit, werden wir anderen die neuen Dinge nicht so erklären können, dass sie sie verstehen“, sagte die Expertin. Firmen müssten – auch wenn es kostspielig ist – Zeit dafür schaffen.

Manchmal müsse man erst eine künstliche Krise erzeugen, um Gehör zu finden, sagte auch Kommunikationssoziologin Elena Esposito. Also Vorgesetzte wachrütteln, um Neues anzubringen. Dabei ist neu nicht gleich neu. „Das meiste ist nur neu, weil es in einen anderen Zusammenhang gestellt wird.“ Beispiel: Die Rezeptur von Red Bull war in Asien gut bekannt. Nur für die westlichen Länder war der Energiedrink eine Neuheit.

Firmen vergessen auf Emotion

Auch die Art der Kommunikation ist entscheidend bei der Vermittlung von Neuem. „Das Problem ist, dass wir mit unserer Sprache Einfaches gar nicht so einfach ausdrücken können“, sagte Paul Pangaro, technischer Direktor und Mitbegründer der amerikanischen Firma CyberneticLifestyles. Firmen würden zu sehr versuchen, alles mit Logik zu erklären. „Wir vergessen oft auf Emotion und Intuition“, sagte Pangaro. Die Gefahr sei, dass Manager zu viel Zeit darauf verwenden, zu organisieren, welche Personen miteinander reden sollen. „Sie sollten sich aber darum kümmern, wie die Kommunikation zwischen den Leuten funktioniert“, sagte der Experte.

 

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