Unternehmen brauchen ein „Budget fürs Ungewisse“

Unternehmen brauchen ein „Budget fürs Ungewisse“

In der heutigen OÖN ist ein Exklusiv-Interview mit Michael Shamiyeh, Kurator der 5. DOM-Konferenz erschienen. Hier die wichtigsten Passagen daraus.

Die 5. DOM-Konferenz (Design, Organisation, Medien) in Linz widmet sich einen ganzen Tag lang dem Thema, wie man Ideen in Unternehmen zur Umsetzung bringt. „Neuerungen und Organisationen sind ja eigentlich Widersprüche“, sagt Veranstalter Michael Shamiyeh, Professor an der Linzer Kunstuniversotät. Denn eine Organisation lebe von Routine. Neues bringe sie durcheinander. „Unsere These ist aber: Nur beides in Kombination macht Firmen zukunftsfähig. Sie müssen sich trotz Routine permanent erneuern“, sagt er.

Bei der Konferenz bekommen die Teilnehmer für diesen Umsetzungsprozess Werkzeuge in die Hände – gespickt mit zahlreichen Beispielen von Unternehmen, die das bereits erfolgreich geschafft haben. „Man nehme Google her. Die Firma lässt ihre Mitarbeiter 20 Prozent ihrer Zeit machen, was sie wollen“, erklärt Shamiyeh. Sie können in diesen Stunden ihren Ideen freien Lauf lassen. Wenn sie dabei auf etwas Gutes draufkommen, bekommen sie Mitarbeiter, um die Idee weiterzuentwickeln. „Unternehmer müssen so einen Prozess einfach implementieren und dafür auch Geld ausgeben. Sie müssen ein Budget fürs Ungewisse haben“, sagt er. Diesen Freiraum müsse man Mitarbeitern gewähren.

Wenn Neues entstehen soll (neue Produkte, Dienstleistungen, etc.) brauche es vor allem Kommunikation. „Ohne die Interaktion von Mitarbeitern wird es nicht gehen“, sagt Shamiyeh. In den seltensten Fällen komme einer allein durch einen Geistesblitz auf eine Idee. „Fast immer geht es aber um eine Kombination von zwei Dingen. Je ungewöhnlicher diese sind, desto radikaler ist meist die Neuheit, die dabei rauskommt“, sagt er. Die Aspekte der Ideenumsetzung in Organisationen werden bei der DOM-Konferenz erarbeitet.

 

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